
Ich heiße Sorah.
Mein Weg war nicht geradlinig. Frühe Verluste, intensive Erfahrungen, Reisen und Wendepunkte haben mich geprägt und mein Verständnis von Weiblichkeit, Beziehung und Selbstverantwortung vertieft.
Aufgewachsen zwischen den Bergen der Schweiz und Pazifikufer Kaliforniens war die Natur für mich stets ein Rückzugsort – ein Raum, in dem ich mich sammeln und neu ausrichten konnte.
Als junge Frau war ich auch als Sexarbeiterin tätig. Diese Erfahrung hat meinen Blick auf Intimität, Projektion, Macht und Verletzlichkeit nachhaltig geschärft. Sie lehrte mich, hinter Rollen zu sehen und Menschen in ihrer Tiefe wahrzunehmen.
Seit 2013 führe ich selbständig eine eigene Praxis für Körperarbeit in Tübingen. Ich kann auf 18 Jahre professionelle Berufstätigkeit zurückblicken, in denen ich mit Körper, Berührung, Sexualität und Intimität im Einvernehmen mit erwachsenen Menschen arbeite.
Über viele Jahre habe ich Gesang, Tanz und Yoga praktiziert, Meditation vertieft, Tantra studiert, Körperarbeit gelernt und mich mit Sexologie beschäftigt. Heute fließt all das in meine Begleitung ein – nicht als Konzept, sondern als verkörperte Erfahrung.
Seit 2013 bin ich Mutter.
Mutterschaft ist für mich die radikalste Herausforderung, als Frau vor sich selbst und der Gesellschaft bestehen zu bleiben. Die Verantwortung für ein Kind ist bedingungslos, fordernd, transformierend – und nicht immer sanft, sexy oder „einfach weiblich“.
Sie konfrontiert mich mit meinen eigenen Grenzen, Mustern und ungelösten Anteilen. Und zugleich steht die Liebe über allem.
Verantwortung zu tragen – auch in herausfordernden Beziehungsdynamiken – hat meine Klarheit, Abgrenzungsfähigkeit und mein Mitgefühl vertieft.
Verkörperte Liebe bedeutet für mich, mich selbst zu bewohnen und anderen nahe zu sein, ohne mich zu verlieren.
Ich bin nicht fertig. Aber ich bin da.
Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der Heilungs-, wie Sexarbeit nicht getrennt voneinander sind, denn beide entspringen der selben Quelle und können der Würde eines Menschen dienen und ihm dabei zu mehr Integration zu verhelfen.
Ich bin Mitglied im Berufsverband: Deutsche Gesellschaft für alternative Medizin (DGAM) sowie im dem Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD) und stehe für einen professionellen, ethisch reflektierten und transparenten Umgang mit meiner Tätigkeit. Selbstverständlich erfülle ich die rechtlichen Auflagen des Prostituiertenschutzgesetz, welches in Deutschland seit 2017 auch für Tantramasseurinnen gilt und lasse mich mehrmals im Jahr beim Gesundheitsamt testen.
Aber meine Meinung: Komplexität lässt sich nicht durch Tabuisierung oder Restriktionen und Verbote auflösen. Sie braucht Dialog, Bewusstsein und verantwortungsvolle Praxis.
Herzliche Grüße,
Sorah – eine, die dich führt, ohne über dich herrschen zu wollen.
Nun habe ich mich dir gezeigt. Ich hoffe es lädt dich ein, dich mir auch öffnen und zeigen zu wollen.